Regelmässiges Kennlernen und Diskutieren

Für alle – die anderen Antworten als mehr Herrschaft suchen

Die Weltlage scheint aussichtslos. Das Wachstum des Faschismus ist sehr vielen bewusst.
Manche wollen aus Angst vor Veränderung, dass es noch schlimmer wird, den Status Quo um jeden Preis verteidigen. Andere suchen die Hoffnung in immer wieder auf schrecklichen Weise gescheiterten Utopien wie der Sowjetunion.

Ihre Antwort hat eines gemeinsam – sie bedeutet mehr Mach für den Staat – mehr Kontrolle, mehr Herrschaft. Immer weniger Freiheit. Am Ende wird dann nach unten getreten gegen die Beherrschten statt gegen die Institutionen der Herrschaft.

Dieser Einladung ist nicht für sie. Dieser Text ist für dich, wenn du daran zweifelst oder es ablehnst.

Freiheit, Kreativität, Selbstbestimmung und Solidarität – sie wirken im ferner – wie eine Utopie, die unerreichbar ist. Dabei sind Menschen weder von Natur aus unterdrückerisch noch ist die jetzige Art zu leben alternativlos.
Wir glauben nur, dass es nichts anderes geben kann, weil wir von Staat und Kapitalismus, von Patriarchat und Kolonialismus, von Abelismus und Anthropzentrismus¹ dazu gebracht werden dies zu verinnerlichen.

Wir wollen in Bochum einen Ort schaffen, der uns erinnert, dass Menschsein – das Leben – etwas anderes sein kann. Er soll keine Freiraum sein, sondern ein Ort der Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, ein Ort des Widerstandes und ein Ort der Erinnerung daran, dass Menschsein und Leben nicht so sein müssen.

Bis wir diesen Ort haben, treffen wir uns jeden 2ten Freitag (Beginnend am 10. April) zum Kennlernen und Diskutieren in einem Café in der Bochum Innenstadt. Zeit: 15:30 -18.00 Uhr
Ort auf Anfrage per Mail an fannysandfanyasriseup.net oder per Signal über diesen Link.

Falls du an den Termin(en) keine Zeit habt, besteht auch die Möglichkeit was Anderes auszumachen.
Melde dich dich einfach bei uns.

„Wir sind nicht links und extrem – wir sind anarchistisch und freiheitlich“ Pressmitteilung der Initiative Fanny‘s and Fanya‘s zur Aufführung im Lagebericht Linksextremismus des Landes NRW

Vor zwei Wochen wurde das Lagebild Linksextremismus in Nordrhein‑Westfalen vorgestellt.

Im Bericht taucht ein Plakat der Veranstaltung „Green Anarchy – Was ist Grüner Anarchismus“ auf. Die Veranstaltung fand am 02.05.2025 in Bochum statt und wurde von der Initiative Fanny‘s and Fanny‘s für ein anarchistischen Zentrum organisiert.

Inhalt war eine kritische Auseinandersetzung mit Zivilisation und Anthropozentrismus.

Anthropozentrismus stellt Menschen über die restliche Mitwelt. Er ist zentral für die Vorstellung die „Natur“ beherrschen zu wollen und damit mitverantwortlich für die Zerstörung der globalen Ökosysteme.
Dies wurde teilweise richtig im Lagebild eingeordnet Die Einordnung als links und extrem ist aus Sicht der Initiative jedoch unpassend. Fanny‘s and Fanya‘s sieht sich in diesem Lagebericht daher fälschlich aufgeführt.

Hierzu erklärt Mitglied Leah Feldman:
„Fanny‘s and Fanya‘s steht konsequent für eine Gesellschaft ohne Herrschaft ein, dass tun viele linke Gruppen nicht. Zahlreiche im Lagebild erwähnte Gruppen aus dem marxistischen Spektrum streben eine Diktatur des Proletariats an. Was dies bedeutet haben wir in der DDR und Sowjetunion gesehen. Teil davon ist mehr Macht für Polizei, Geheimdienste und ein Ausbau der staatlichen Überwachung. In diesen Streben haben viele marxistische Gruppen mehr gemeinsam mit Herbert Reul und der restlichen NRW-Landesregierung als mit uns.
Wir lehnen es ab den Staat als Mittel zu nutzen. Für uns ist der Staat das Extrem. Er dient zur Absicherung der Herrschaft einer Elite auf Basis der Unterdrückung und Ausbeutung der restlichen Bevölkerung.
Zum Erhalt dieser Herrschaftsordnung üben seine Polizei und Militär massive Gewalt aus.
Ohne den Staat und den mit ihm verbündeten Institutionen wie Kapitalismus und Kolonialismus gebe es keine Klimakatastrophe, keine Armut und keine Kriege. Der Widerstand dagegen ist nicht extrem sondern freiheitlich. Eine freiheitliche Grundordnung kann es nur ohne Staat geben.“

Fanny‘s and Fanya‘s verweist außerdem darauf, dass ihre beide Namensgeber*innen Fanny Kaplan und Fanya Baron im Kampf gegen eine marxistische Diktatur ermordet wurden. Fanny Kaplan wurde hingerichtet, weil sie auf Vladimir Lenin schoss. Die Ermordung von Fanya Baron geschah ebenfalls auf Befehl Lenins.

Die Grundprinzipen der Gruppe beinhalten:

• Selbstbestimmung und Gleichwertigkeit alle Menschen

• Ablehnung jeder Menschenfeindlichkeit

• Dezentrale konsensorientierte Entscheidungsfindung durch alle Betroffenen einer Entscheidung

• Abschaffung jeder Herrschaft u. A. von Staat, Kapitalismus, Patriarchat, Kolonialismus und Ableismus

• Ende jedes Strafsystems einschließlich von Gefängnissen und Polizei

• Gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme bei Übergriffen

• Gewalt einzig als Mittel zur Selbstverteidigung gegen Unterdrückung und nicht zur Durchsetzung von Herrschaftsinteressen

• Ablehnung jedes Militär und militärischen Zwangsdienstes

• Das Ziel mit Konflikten, wenn immer möglich, unterdrückungs- und gewaltfrei umzugehen

Aus Sicht der Initiative handelt es sich hierbei um das Eintreten für ein wirklich freiheitliche und solidarische Grundordnung. Demgegenüber steht die staatlich demokratische Gesellschaftsordnung, welche Herrschaft („Kratie“) benötigt und daher nicht freiheitlich sein kann.

Die Benennung durch den Staat als zu bekämpfende politische Gegnerin ist somit inhaltlich folgerichtig. Sachlich korrekt wäre jedoch die Aufführung in einem eigenen Lagebericht Anarchismus und nicht die Einordnung linksextrem.

Kontaktdaten

Die Initative Fanny‘s and Fanya‘s steht der Presse für (anonyme) Interviews in schriftlicher, Audioform oder Videoform zur Verfügung. Kontaktieren sie uns hierzu gerne per Mail an fannysandfanyas@riseup.net

Mit vielen Grüßen

Die Initiative Fanny‘s and Fanya‘s für ein anarchistisches Zentrum Bochum

Am 29.03. Workshop: Selbstorganisation gegen Patriarchat und Autoritären „Feminismus“

Findest du es feministisch, Menschen in Arbeitslager zu sperren? Personen zu foltern? Findest du Diktaturen feministisch? Das sind Fragen, die sich absurd anhören. Aber gerade in Deutschland und insbesondere im Ruhrgebiet ist es leider Realität, dass innerhalb augenscheinlich „radikaler“ und „antikapitalistischer“ Kreise ein „Feminismus“ aufmarschiert, der die Sowjetunion und/oder DDR in alter oder neuer Form zurückhaben will.

Diese „Feminist*innen“ sehen als ihre Vorbilder Lenin, Stalin, Mao und/oder Frauen, die sich an deren Regimen beteiligt haben. Sie wollen einen starken Staat, der die Menschen mit Strafen „zum besseren“ erzieht mit alle der gewaltsamen Unterdrückung, die dafür nötig ist…

Wir denken, das ist keine anti-patriarchale Antwort, und wir wollen uns den Kampf gegen Patriarchat nicht von ihnen nehmen lassen.

Genauso wenig wie von einem Girlboss „Feminismus“, der in kapitalistische und staatlicher Karriere für Frauen Befreiung sieht und „Gleichen Lohn für gleiche Arbeit fordert“ – also Entlohnung nach Leistungslogik statt Versorgung der Menschen gemäß ihrer Bedürfnisse

Was ist die Alternativ? Grundsätzlich erst mal Selbstbestimmung, Freiheit, Solidarität und Empathie – nicht Herrschaft.

Darüber hinaus? denken wir, dass während es einige klare Irrwege gibt, wir bessere Wege am besten gemeinsam herausfinden, deshalb laden wir zu einem Workshop ein. Dieser soll sowohl Pläne schmieden, gegen das Patriarchat vorzugehen, als auch ein Ort sein, um sich mit autoritären „Feminismus“ zu beschäftigen.

Ablauf

„Am 29.03. Workshop: Selbstorganisation gegen Patriarchat und Autoritären „Feminismus““ weiterlesen