1. Mai – Die Revolutionäre Vorabenddemo in Bochum: Machtkämpfe und Vereinnahmung

In Bochum gibt es seit 10 Jahren eine von Antifa-Gruppen organisierte sogenannte „Revolutionäre“ Vorabenddemo vor dem 1. Mai.

Nun findet diese abweichend in Witten statt und die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDJA) organisiert parallel eine in Bochum. In diesem Artikel (https://www.bo-alternativ.de/2026/04/24/autoritaere-im-angriffsmodus/#tc-comment-title) äußern sich nun wütende Antifas und beschreiben dies als Spaltungsversuch. Zentrales Argument ist die SDJA wäre zum Planungstreffen der Demo eingeladen wurden, würde nun trotzdem eine eigene Demo organisieren. „Besorgniserregend“ scheint dabei nicht, dass die SDJA eine leninistische Organisation ist, sondern ihr Weigerung mit den restlichen „Linken“ in Bochum zusammen zu arbeiten.

Wir lehnen jede Form von Staatssozialismus und Diktaturen ab. Der 1. Mai ist ein anarchistische – anti-autoritärer Tag. Kein staatssozialistischer. Die 1886 Angeklagten und Hingerichteten waren Anarchist*innen.

Wir wurden übrigens nicht von den Antifagruppen zum Planungstreffen eingeladen, nicht dass wir uns an der Demo gern organisatorisch beteiligt hätten, aber es sagt viel über das eigene inhaltliche Verständnis aus wenn die (leider) einzige anarchistische Gruppe in Bochum, neben der Gewerkschaft Freien Arbeiter*innen Union, nicht eingeladen wird und dafür eben Leninist*innen.

Übrigens werden auch die Schulstreikdemos gegen die Wehrpflicht in Bochum und an vielen anderen Orten von der SDJA (mit-)organisiert. Bei der ersten dieser Demos im Dezember 2025 waren wir und haben einen Flyer gegen jeden Imperialismus einschließlich den Russlands und der UdSSR verteilt. Sowie Informationen über das Freie Territorium 1919-1921 (in dem Gebiet wo Russland und die Ukraine gerade Krieg führen). Dort hatte sich die Bevölkerung inspiriert von Anarchist*innen selbstorganisiert, Staat und Kapitalismus enteignet und bewaffnet lange erfolgreich gegen die Rote Armee, die Weißen Armeen und ukrainische Nationalist*innen verteidigt. Ganz ohne Wehrpflicht. Anders als bei der Roten Armee, wo es für Verweigerung die Todesstrafe gab.

Außerdem verteilten wir noch Kakao, Tee und Bücher. Das kam bei Schüler*innen und Eltern sehr gut an, was die SDJA genug verärgerte, dass sie uns von der Demo schmeißen wollte (wir waren eh fertig und sind dann gegangen). So sollten wir mit Autoritären – was alle Staatssozialist*innen sind – umgehen. Aufklärung über sie und inhaltliche Gegenarbeit.

Insgesamt zeigt sich das Gedenken an den 1. Mai wird sowohl von dem Organisator*innen der Demo in Witten als auch den SDJA vereinnahmt. Den anti-autoritär oder gar anarchistisch sind beide Demos nicht.

Zur Vereinnahmung des 1. Mai als anarchistischen – antiautoritären Kampftag durch Staatssozialismus/Antifaschismus hat ein Anarchisti aus dem Ruhrgebiet bereits letztes Jahr Ausführliches geschrieben. Daher teilen wir im Weiteren diese Analyse statt was Neues zu schreiben. Falls Menschen sich einen wieder einen anarchistischen 1. Mai im Bochum bzw. Ruhrgebiet wünschen, könnt ihr aber gerne mit uns Kontakt aufnehmen. Mal schauen, ob sich 2027 was auf die Beine stellen lässt.

Der Text von letzen Jahr:

1. Mai: Antifaschismus oder Anarchismus? Gegen die Auslöschung der anarchistischen Geschichte

Gestern war ich kurz bei der „revolutionären“ Vorabenddemo in Bochum. Zur Veröffentlichung hat ich vor der Demo einer neuen anarchistischen Zeitung in Dortmund und Bochum den nachfolgenden Text geschickt.

Vorwort

 Gestern war ich kurz bei der „revolutionären“ Vorabenddemo in Bochum. Zur Veröffentlichung hat ich vor der Demo einer neuen anarchistischen Zeitung in Dortmund und Bochum den nachfolgenden Text geschickt. Da die erste Ausgabe dieser Zeitung jetzt aber erst im Juni erscheint, habe ich mich entschieden ihn nun online zu veröffentlichen. Die Zeit, welche ich bei der Demo verbracht habe, hat mich darin bestärkt es zu tun. Mein „Highlight“ war, dass sich in einer Rede darüber beschwert wurde, dass der Diskurs in Deutschland so rechts sei, dass nicht mal öffentlich eine Vermögensteuer gefordert werden könne. Wahrscheinlich sind Vermögensteuern voll revolutionär – also wenn mensch Sozialdemokrat*in ist.
Als ich gerade am Gehen war, trat dann eine Kollektiv auf zu dem es in queeren Kreisen in Bochum kürzlich Infos gab, dass dieses transfeindliche Übergriffe begangen haben soll und Personen bei Übergriffen in ihren Beziehungen bzw. gegen Ex-Partner*innen unterstützt. Ach und Menschen die Sexarbeiter*innen und ihre Familien verfolgen lassen wollen, liefen auch rum. Eine tolle Kombination, Ironie off.

Der nachfolgende Text ist ein bisschen kurz und daher die Faschismusanalyse auch etwas kurz, aber wahrscheinlich zumindest besser als die Analysen auf der Demo. Und ja auch Anarchist*innen haben historisch den Begriff antifaschistisch benutzt, dass Konzept/die Ideologie des Antifaschismus ist jedoch keine anarchistisches. Hoffentlich haben auch Menschen von außerhalb des Ruhrgebietes etwas von dem Text.

Haupttext

Seit nun 10 Jahren begeht die Bochumer Antifa Szene die sogenannte revolutionäre Vorabenddemo am Tag vor dem 1. Mai. Die Demo hat Tradition. Was auch Tradition dabei hat ist, die Geschichte des ersten Mai dort regelmäßig umzuschreiben oder eher auszulöschen. Den erste Mai als Kampftag entstand nicht, weil Menschen gegen Faschismus gekämpft haben oder für die Reform des Staates oder gar Staatssozialismus. Er entstand weil nach den Ereignissen um den 1. Mai in Chicago 1886 Anarchist*innen 8 angeklagt und 5 von ihnen ermordet wurden. Deren Namen sind August Spies, Albert Parsons, Louis Lingg, Adolph Fischer und George Engel. 

Antifaschismus eine reaktionäre Ideologie

Nun geht die Bochumer Antifa Szene am Vorabend des ersten Mai nicht für Anarchismus auf die Straße, sondern für Antifaschismus. Antifaschismus ist eine Ideologie, welche als Reaktion auf den Faschismus entstand. Der Faschismus ist ein konterrevolutionäre Mischideologie, welche sich aus Element von Monarchismus, demokratischen Nationalismus und Staatssozialismus/Marxismus zusammensetzt.
Zentraler Kern des Faschismus ist dabei der Glaube an eine oder mehrere äußere Feind*innen von welchen die Nation bzw. das Volk befreit werden müsse – dann entstünde eine „gute Herrschaftsordnung“. Im Gegensatz zu demokratischen Nationalist*innen streben Faschist*innen in der Regel eine Diktatur als Mittel hierfür an. In ihrem Streben nach der „Rettung“ der Nation sind sie zum offenen Massenmord und Unterdrückung bereit, während der demokratische Nationalismus versucht seine Massenmord z. B. im Rahmen der Kolonialisierung der Welt zu verstecken.
Der Faschismus war eine Reaktion auf die sozialen Bewegungen Anfang des 20 Jahrhunderts, welche von einen größeren Teil der damaligen Eliten unterstützt wurde. Er war vor allem ein Mittel zu Abwehr sozialistischer insbesondere anarchistischer Revolutionen.

Diese Abwehr funktioniert über 3 Wege.

1. Faschismus ahmte/ahmt das Auftreten (damals) beliebter Bewegungen wie dem Anarchismus und einzelne inhaltliche Element z. B. des Marxismus nach. So wird eine oberflächliche Alternative zu diesen geschaffen, die sich selbst als Weg der Veränderung darstellen kann ohne, dass sie die Herrschende Ordnung wirklich gefährdet.

2. Faschismus ermöglicht dem Staat, Kapitalismus und seinen Eliten mehr Gewalt auszuüben, indem Faschist*innen Gewalt ausüben, welche sonst z. B. die Polizei ausüben müsste (was dazu führen würde, dass mehr Menschen Polizei und Staat als Feind*in sehen) und in dem der Staat seine Repression gegen andere Bewegungen mit deren Reaktionen auf faschistische Gewalt begründen kann. Er kann sich als („neutrale“) Ordnungsmacht darstellen, welche gegen den „Extremismus“ beider oder aller Seiten vorgeht.

3. Er lenkt die Energie vom Kampf gegen Staat und Kapitalismus, um in einen Kampf gegen Faschismus. Der Staat wird so geschützt und jedes Mal wenn es zu Auseinandersetzungen von anderen Bewegungen mit Faschist*innen kommt, kann er wie in 2. beschrieben vorgehen.

In genau diese Fall tappt der Antifaschismus. Antifaschismus als Ideologie ist vor allem staatssozialistisch bzw. marxistisch geprägt. Marxist*innen fokussieren ihren Kampf auf den Faschismus, weil sie selbst ähnliche Ansichten wie Faschist*innen haben, wenn es um den Staat geht. Sie wollen den Staat übernehmen: Sozialdemokrat*innen durch Wahlen und Staatskommunist*innen neben Wahlen auch durch ein gewaltsame Revolution.

Ihnen geht es also auch um eine „Reinigung“ des Staates von korrupten Feind*innen wie den Faschist*innen nicht die Zerstörung des Staates von außerhalb. Weil der Faschismus nach dem Marxismus entstand ist der Antifaschismus reaktionär – eine Reaktion auf dem Faschismus.

Für den Anarchismus gegen den Antifaschismus…

Anders als Marxist*innen wollen Anarchist*innen, denn Staat von außen zerstören. Sie sehen den Staat (und Kapitalismus) als Grundlage des Faschismus. Nicht weil der Staats rechts ist, sondern weil die Herrschaft – die Macht des Staates über uns den Aufstieg und Machtübernahme von Faschist*innen erst möglich macht.
Ohne Parteien, Parlamente, Regierungssitze, Knäste, Polizei, Militär, Geheimdienste können Faschist*innen nicht regieren oder an die Macht kommen.
Wenn wir Faschismus bekämpfen wollen, müssen wir also die staatliche Macht bekämpfen. Vorteil hierbei ist auch, dass wir nicht nur gegen eine Form der Unterdrückung kämpfen nur auf diese reagieren, wir nehmen auch anderen Formen des Staates wie der liberalen Demokratien und Staatssozialismus die (zukünftige) Macht über uns. Der Kampf gegen jede Herrschaft und der Kampf gegen Faschismus sind hier ein und das selbe.

Bochumer Antifa-Gruppen: Staatstisch, Nationalistisch, Offen für Antisemitismus

Die anarchistische Strategie gefährdet aber gleichzeitig die Macht jener, den die Staat für sich nutzen wollen, die sich mit ihn verbündet haben und teilweise von ihm durch finanzielle und politische Mittel kauft wurden.
In Bochum steht diesen freiheitlichen Kampf gegen Faschismus fast die gesamte organisierte Antifa-Szene gegenüber. Das eindeutigste Zeichen hierfür ist Kampagne „AFD-Verbot jetzt“ deren Transparent in diversen linken Szene-Läden auftaucht.
Wer den Staat die Macht geben möchte eine Partei zu verbieten, die ein Viertel der Wählenden und somit mindestens über 10% der Gesamtbevölkerung unterstützt, ermöglicht ihn auch jede andere Organisation und Partei zu verbieten. Das kann nur wollen, wer den Staat als neutrale oder positive Institution sieht und ihn nicht als Institution der Ausbeutung, Herrschaft und Unterdrückung versteht.
Wer den Staat loswerden will wird ihn nicht noch mehr Macht geben, es sei den er*sie glaubt dieser würde sich magisch selbst abschaffen (übrigens der Grundgedanke des Marxismus).
Wer ein positives oder neutrales Verhältnis zum Staat hat ist auch bereit diesen als Mittel zum Schutz vor anderen Formen der Unterdrückung zu sehen z. B. vor Antisemitismus oder Kolonialismus und Rassismus.

Daher stellen sich antifaschistische Gruppen (in Bochum) auch hinter (National-)Staaten wie Israel oder nationalistische, menschenfeindliche Gruppierungen wie die Hamas. Die Spaltung von Bewegungen ist somit auch Teil des Antifaschismus.Solche Erzählungen von vermeintlichen guten Staat öffnen auch immer wieder Antisemitismus Tür und Tor. Was sich auch im Aufruf zur Revolutionären Vorabend Demo zeigt, welcher sich eine „politische Macht wünscht, die nicht käuflich ist“ wünscht.

Die Erzählung, dass einige Reiche die politische Macht kaufen/korrumpieren/manipulieren wurde jahrhundertelang von europäischen Herrscher*innen genutzt, um Unmut der Bevölkerung auf Juden*Jüdinnen umzulenken.
Anarchist*innen hingegen wollen die politische Macht zerstören…

Wir werden nur den Faschismus besiegen, wenn wir mit dem Antifaschismus brechen…

Antifaschismus vermag also Faschismus nicht zu bezwingen. Im Gegensatz in seinen Handlungen und Denkmustern stärkt er den Faschismus. Es mag beängstigend erscheinen, doch wir haben daher keine andere Wahl als mit dem Antifaschismus zu brechen.
Das zeigt insbesondere Aufstieg der AFD. Die treibende Kraft des Aufstiegs sowohl der AFD als auch Trumps ist die Enttäuschung mit der (neo)-liberalen Gesellschaft ihre Ausbeutung, Verarmung, Vereinsamung, etc. Das heißt nicht, dass alle Menschen, welche die AFD wählen dies aus Protest tun. Es gibt zahlreiche von Faschismus überzeugte Personen, aber ohne die Stimmen der Enttäuschten hätte Trump nie ein Mehrheit bekommen und wird es auch nicht die AFD tun.
Und so falsch es auch ist aus Enttäuschung die AFD zu wählen, wie können Demokrat*innen verurteilen, dass Menschen Wahlen nutzten um ihren Unmut zu äußern? Die Demokratie sagt doch Wahlen seien das wichtigste Mittel für Veränderung und Protest.
Wer die Demokratie verteidigt sollte sich nicht darüber beschweren, wenn andere demokratisch handeln…

Es muss Menschen möglich werden ihre Wut und Enttäuschung anders auszudrücken als durch Wahlen oder reformistische oder rassistische, sexistische und queerfeindliche Proteste und Gewalt. Die auch wenn oft der dahinter Unmut verständlich ist, selbstverständlich falsch und menschenverachtend sind.

Zurück zum ersten Mai…

Der 1. Mai ist eigentlich ein Tag an den an die Perspektive eine herrschaftsfreien Welt ganz konkret gedacht werden sollte, den August Spies, Albert Parsons, Louis Lingg, Adolph Fischer und George Engel sind nicht gestorben um die liberale Demokratie zu verteidigen sondern für eine Welt ohne Staat und Kapitalismus. Ihre Mittel waren nicht Wahlen, sondern direkte Aktion, Selbstorganostion und Verbreitung von Informationen.

In Bochum und vielen anderen Städten wird die anarchistischen Geschichte des 1. Mai ausgelöscht nicht wegen der Unwissenheit derjenigen, die es tun, sondern weil sie zu radikal ist, weil sie sich nicht in Forderungen an den Staat umdeuten lässt.
Dies geht nicht von diejenigen aus die Mal bei Demos mit Laufen oder neu in Bewegungen sind, sondern jenen die seit Jahren, die immer gleichen Forderungen an den Staat und die Politik formulieren. Allen anderen ist meist nicht bewusst was von ihnen verschwiegen wird.
Vielleicht bist du einer*eine dieser Menschen, dem*der dies bis jetzt nicht bewusst war. Dann ist dies eine Einladung, dass zu ändern und sich gemeinsam zu erinnern.

Erinnerung…

Den ohne Erinnerung können wir nicht ernsthaft kämpfen, ohne Erinnerung wissen wir nicht woher wir kommen. Und ohne zu wissen woher wir kommen, können wir uns nicht orientieren und auf guter Grundlage entscheiden wohin wir gehen wollen. Lasst uns gemeinsam aus dieser Orientierungslosigkeit und den Verlaufen in den immer gleichen Sackgassen ausbrechen.

Mehr zur (anarchistischen) Geschichte des 1. Mai gibt es auf deutsch hier:

anarchismus.at/geschichte-des-anarchismus/zum-1-mai

Oder als tollen spannenden Podcast auf Englisch.

Wie George Engel vor seiner Hinrichtung rief: „Hoch die Anarchie!“

Regelmässiges Kennlernen und Diskutieren

Für alle – die anderen Antworten als mehr Herrschaft suchen

Die Weltlage scheint aussichtslos. Das Wachstum des Faschismus ist sehr vielen bewusst.
Manche wollen aus Angst vor Veränderung, dass es noch schlimmer wird, den Status Quo um jeden Preis verteidigen. Andere suchen die Hoffnung in immer wieder auf schrecklichen Weise gescheiterten Utopien wie der Sowjetunion.

Ihre Antwort hat eines gemeinsam – sie bedeutet mehr Mach für den Staat – mehr Kontrolle, mehr Herrschaft. Immer weniger Freiheit. Am Ende wird dann nach unten getreten gegen die Beherrschten statt gegen die Institutionen der Herrschaft.

Dieser Einladung ist nicht für sie. Dieser Text ist für dich, wenn du daran zweifelst oder es ablehnst.

Freiheit, Kreativität, Selbstbestimmung und Solidarität – sie wirken im ferner – wie eine Utopie, die unerreichbar ist. Dabei sind Menschen weder von Natur aus unterdrückerisch noch ist die jetzige Art zu leben alternativlos.
Wir glauben nur, dass es nichts anderes geben kann, weil wir von Staat und Kapitalismus, von Patriarchat und Kolonialismus, von Abelismus und Anthropzentrismus¹ dazu gebracht werden dies zu verinnerlichen.

Wir wollen in Bochum einen Ort schaffen, der uns erinnert, dass Menschsein – das Leben – etwas anderes sein kann. Er soll keine Freiraum sein, sondern ein Ort der Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, ein Ort des Widerstandes und ein Ort der Erinnerung daran, dass Menschsein und Leben nicht so sein müssen.

Bis wir diesen Ort haben, treffen wir uns jeden 2ten Freitag (Beginnend am 10. April) zum Kennlernen und Diskutieren in einem Café in der Bochum Innenstadt. Zeit: 15:30 -18.00 Uhr
Ort auf Anfrage per Mail an fannysandfanyasriseup.net oder per Signal über diesen Link.

Falls du an den Termin(en) keine Zeit habt, besteht auch die Möglichkeit was Anderes auszumachen.
Melde dich dich einfach bei uns.

„Wir sind nicht links und extrem – wir sind anarchistisch und freiheitlich“ Pressmitteilung der Initiative Fanny‘s and Fanya‘s zur Aufführung im Lagebericht Linksextremismus des Landes NRW

Vor zwei Wochen wurde das Lagebild Linksextremismus in Nordrhein‑Westfalen vorgestellt.

Im Bericht taucht ein Plakat der Veranstaltung „Green Anarchy – Was ist Grüner Anarchismus“ auf. Die Veranstaltung fand am 02.05.2025 in Bochum statt und wurde von der Initiative Fanny‘s and Fanny‘s für ein anarchistischen Zentrum organisiert.

Inhalt war eine kritische Auseinandersetzung mit Zivilisation und Anthropozentrismus.

Anthropozentrismus stellt Menschen über die restliche Mitwelt. Er ist zentral für die Vorstellung die „Natur“ beherrschen zu wollen und damit mitverantwortlich für die Zerstörung der globalen Ökosysteme.
Dies wurde teilweise richtig im Lagebild eingeordnet Die Einordnung als links und extrem ist aus Sicht der Initiative jedoch unpassend. Fanny‘s and Fanya‘s sieht sich in diesem Lagebericht daher fälschlich aufgeführt.

Hierzu erklärt Mitglied Leah Feldman:
„Fanny‘s and Fanya‘s steht konsequent für eine Gesellschaft ohne Herrschaft ein, dass tun viele linke Gruppen nicht. Zahlreiche im Lagebild erwähnte Gruppen aus dem marxistischen Spektrum streben eine Diktatur des Proletariats an. Was dies bedeutet haben wir in der DDR und Sowjetunion gesehen. Teil davon ist mehr Macht für Polizei, Geheimdienste und ein Ausbau der staatlichen Überwachung. In diesen Streben haben viele marxistische Gruppen mehr gemeinsam mit Herbert Reul und der restlichen NRW-Landesregierung als mit uns.
Wir lehnen es ab den Staat als Mittel zu nutzen. Für uns ist der Staat das Extrem. Er dient zur Absicherung der Herrschaft einer Elite auf Basis der Unterdrückung und Ausbeutung der restlichen Bevölkerung.
Zum Erhalt dieser Herrschaftsordnung üben seine Polizei und Militär massive Gewalt aus.
Ohne den Staat und den mit ihm verbündeten Institutionen wie Kapitalismus und Kolonialismus gebe es keine Klimakatastrophe, keine Armut und keine Kriege. Der Widerstand dagegen ist nicht extrem sondern freiheitlich. Eine freiheitliche Grundordnung kann es nur ohne Staat geben.“

Fanny‘s and Fanya‘s verweist außerdem darauf, dass ihre beide Namensgeber*innen Fanny Kaplan und Fanya Baron im Kampf gegen eine marxistische Diktatur ermordet wurden. Fanny Kaplan wurde hingerichtet, weil sie auf Vladimir Lenin schoss. Die Ermordung von Fanya Baron geschah ebenfalls auf Befehl Lenins.

Die Grundprinzipen der Gruppe beinhalten:

• Selbstbestimmung und Gleichwertigkeit alle Menschen

• Ablehnung jeder Menschenfeindlichkeit

• Dezentrale konsensorientierte Entscheidungsfindung durch alle Betroffenen einer Entscheidung

• Abschaffung jeder Herrschaft u. A. von Staat, Kapitalismus, Patriarchat, Kolonialismus und Ableismus

• Ende jedes Strafsystems einschließlich von Gefängnissen und Polizei

• Gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme bei Übergriffen

• Gewalt einzig als Mittel zur Selbstverteidigung gegen Unterdrückung und nicht zur Durchsetzung von Herrschaftsinteressen

• Ablehnung jedes Militär und militärischen Zwangsdienstes

• Das Ziel mit Konflikten, wenn immer möglich, unterdrückungs- und gewaltfrei umzugehen

Aus Sicht der Initiative handelt es sich hierbei um das Eintreten für ein wirklich freiheitliche und solidarische Grundordnung. Demgegenüber steht die staatlich demokratische Gesellschaftsordnung, welche Herrschaft („Kratie“) benötigt und daher nicht freiheitlich sein kann.

Die Benennung durch den Staat als zu bekämpfende politische Gegnerin ist somit inhaltlich folgerichtig. Sachlich korrekt wäre jedoch die Aufführung in einem eigenen Lagebericht Anarchismus und nicht die Einordnung linksextrem.

Kontaktdaten

Die Initative Fanny‘s and Fanya‘s steht der Presse für (anonyme) Interviews in schriftlicher, Audioform oder Videoform zur Verfügung. Kontaktieren sie uns hierzu gerne per Mail an fannysandfanyas@riseup.net

Mit vielen Grüßen

Die Initiative Fanny‘s and Fanya‘s für ein anarchistisches Zentrum Bochum

Am 29.03. Workshop: Selbstorganisation gegen Patriarchat und Autoritären „Feminismus“

Findest du es feministisch, Menschen in Arbeitslager zu sperren? Personen zu foltern? Findest du Diktaturen feministisch? Das sind Fragen, die sich absurd anhören. Aber gerade in Deutschland und insbesondere im Ruhrgebiet ist es leider Realität, dass innerhalb augenscheinlich „radikaler“ und „antikapitalistischer“ Kreise ein „Feminismus“ aufmarschiert, der die Sowjetunion und/oder DDR in alter oder neuer Form zurückhaben will.

Diese „Feminist*innen“ sehen als ihre Vorbilder Lenin, Stalin, Mao und/oder Frauen, die sich an deren Regimen beteiligt haben. Sie wollen einen starken Staat, der die Menschen mit Strafen „zum besseren“ erzieht mit alle der gewaltsamen Unterdrückung, die dafür nötig ist…

Wir denken, das ist keine anti-patriarchale Antwort, und wir wollen uns den Kampf gegen Patriarchat nicht von ihnen nehmen lassen.

Genauso wenig wie von einem Girlboss „Feminismus“, der in kapitalistische und staatlicher Karriere für Frauen Befreiung sieht und „Gleichen Lohn für gleiche Arbeit fordert“ – also Entlohnung nach Leistungslogik statt Versorgung der Menschen gemäß ihrer Bedürfnisse

Was ist die Alternativ? Grundsätzlich erst mal Selbstbestimmung, Freiheit, Solidarität und Empathie – nicht Herrschaft.

Darüber hinaus? denken wir, dass während es einige klare Irrwege gibt, wir bessere Wege am besten gemeinsam herausfinden, deshalb laden wir zu einem Workshop ein. Dieser soll sowohl Pläne schmieden, gegen das Patriarchat vorzugehen, als auch ein Ort sein, um sich mit autoritären „Feminismus“ zu beschäftigen.

Ablauf

„Am 29.03. Workshop: Selbstorganisation gegen Patriarchat und Autoritären „Feminismus““ weiterlesen

Bochum am 29.01: Vortrag für ein Ende der Polizei

Freund*innen machen am 29.01 diesen Vortrag in Bochum. Wir sind auch dabei und erzählen warum es einen expliziten Raum für anarchistische Veranstaltungen und zum Communitybuilding u. a. gegen Staat und Polizei braucht.

Von Bochum bis nach Minneapolis, von Moskau bis nach Teheran. An den EU-Ausgrenzen oder der Berliner Mauer. Hier könnte jede Ort stehen, weil in jeder Stadt in jedem Dorf und unzähligen andern Orten schon Menschen von der Polizei ermordet, gefoltert, inhaftiert oder angegriffen wurden.

Seit ca. 160 Jahren unterdrückt und terrorisiert die Polizei jene Menschen, die in der gesellschaftlichen Ordnung Niedrigstehen. Und obwohl sie genau mit diesen Auftrag gegründet wurde, nämlich Sklaverei und Kolonialismus aufrechtzuerhalten und Aufstände von Armen zu verhindern, glauben vielen Menschen gerade in Deutschland die Polizei diene den Schutz der allgemeine Bevölkerung oder die Polizei müsse noch nur reformiert werden.

Die Polizei verstehen

In unserem Vortrag sprechen wir darüber wie die Polizei entstanden ist, was ihre Funktion und Struktur ist und warum wir sie eben nicht reformieren können, sondern sie los werden müssen. Klar wird dabei Polizei und Staat hängen untrennbar zusammen. Hinzukommen Kapitalismus, Kolonialismus, Patriarchat und Ableismus.
Wer also die Polizei abschaffen will kann das nur gleichzeitig mit dem Staat tun. Weitere Punkte werden sein: Was für Beispiele des Widerstandes gegen die Polizei gibt es? Auf welche Weisen verteidigen (manche) Linke die Polizei?

Lernen Verantwortung zu übernehmen

Anschließend geht es um Formen von Zusammenleben bei denen Menschen gemeinschaftlich Verantwortung übernehmen: Wie gehen und gingen Gesellschaften ohne Polizei und Staat mit Konflikten, Übergriffen und äußerer Gewalt um? Was für Möglichkeiten haben wir die Macht der Polizei in unserem Alltag zu schwächen?

 

Angriff auf Zwölfjährige: Was ist in Bochum passiert? Warum ist es passiert? Was tun nun?

Teil des Vortrages werden auch (jeweils) aktuelle Informationen zu den Angriff der Polizei Mitte November und auf die Zwölfjährige Mund ihre Familie in Bochum in der Nacht vom sein. Dabei wird eingeordnet warum die Polizei so vorgegangen ist und was in einer Gesellschaft ohne Polizei passiert wäre. Außerdem wie wir Menschen vor so etwas in Zukunft schützen können.

Ort und Datum

Der Vortrag findet am 29.01.2026 um 18.00 Uhr (Einlass) im queeren Kulturzentrum Fluid (Große Beckstr. 12) in Bochum statt. Es sind alle Geschlechter und sexuellen Orientierungen willkommen

Abschließende Hinweise

Es ist eine offene Diskussion geben gleichzeitig soll es Raum für Betroffene von Polizei da sein.

Das beinhaltet die Positionierung gegen die Verharmlosung oder Unterstützung „staatssozialistischer/staatskommunistischer“ Diktaturen. Menschen und Gruppen, die entsprechend aktiv sind, sind nicht daher willkommen. Es wird vereinzelt übrigens erwähnt werden, wie es Menschen unter den „sozialistischen“ Polizeien dort ging.

Solidarität gegen Zensur und Plakat: „Polizist*innen sind keine Schweine. Schweine schießen nicht auf Zwölfjährige“

Es haben wahrscheinlich alle mitbekommen, was letzte Woche in Bochum passiert ist. Ansonsten hier ein ausführlicher Pressebericht. Ob jedes Detail stimmt können wir nicht sagen. Inzwischen hat die Familie wohl einen Anwalt der mitteilt die Zwölfjährige sei weite in akuter Lebensgefahr.  Wir denken es ist klar wie unsere Haltung dazu ist und sie hängt auch nicht davon ab was die Zwölfjährige getan oder nicht getan hat. Die Cops äußern übrigens folgendes: 

„Seit dem Einsatz in der Nacht auf Montag hat die Polizei Bochum tausende Hasskommentare in den sozialen Netzwerken erhalten. Kritik und Meinungsäußerungen seien okay, so ein Polizeisprecher. Der Großteil der Kommentare bestehe aber aus Aufrufen zu Straftaten, Morddrohungen und übelsten Beleidigungen gegen die betroffenen Polizisten. Diese werde man strafrechtlich verfolgen und anzeigen.“

Anscheint haben also auch ein Menge anderer Leute eine klare Meinung. Wenn ihr was machen wollt oder einfach nur eure Wut teilen wollt, meldet euch bei uns: fannysandfanyas@riseup.net

Wir sind auch dabei ein entsprechenden Treffen zu organisieren. Wir treten grundsätzlich gegen jede staatliche Zensur und Verfolgung von Meinungsäußerungen ein, das ist unabhängig davon ob wir den Inhalt jeder einzelner Äußerung teilen.

Und auch wenn ihr wem kennt gegen den die Cops wegen Meinungsäußerungen vorgehen, sagt uns doch Bescheid damit wir den*die Person unterstützen können. Wir haben entschieden diese Plakate in verschiedenen Sprachen zu erstellen, dann mit wir besser zu einander finden.
Der Text lautet auf Deutsch: „Polizist*innen sind keine Schweine. Schweine schießen nicht auf Zwölfjährige. Für eine Welt ohne Polizei und Staat! Übernehmen wir Verantwortung für einander!“ – „Du hast Polizeigewalt erlebt? Oder magst die Polizei nicht? Schreib uns!

Über Verbreitung in Bochum und den benachbarten Städten würde wir uns sehr freuen.

Plakat – Deutsch, Serbisch, Englisch

Plakat – Deutsch, Ukrainisch, Russisch

Plakat – Deutsch, Türkisch, Spanisch

Plakat – Deutsch, Polnisch Italienisch

Plakat – Deutsch, Französisch, Chinesisch

Plakat – Deutsch, Arabisch, Hebräisch

Green Anarchy Was ist grüner Anarchismus? Welche Strategien hat dieser anzubieten? What is green Anarchism? What strategies does it has to offer?

 

English Version below

Am 02.05.2025 haben wir Besuch und es gibt unsere nächste Veranstaltung zu: „Green Anarchy Was ist grüner Anarchismus? Welche Strategien hat dieser anzubieten?Lasst uns gemeinsam die Ideen der Zivilisationskritik und das Prinzip des Anthropozentrismus verstehen und verwerfen!

„Green Anarchy Was ist grüner Anarchismus? Welche Strategien hat dieser anzubieten? What is green Anarchism? What strategies does it has to offer?“ weiterlesen

To be ancouced: Wiederholung Anarchist Afternoon: Trump, AfD und BSW unaufhaltbar? – Anarchist Afternoon: Trump, AfD and BSW unstoppable?

English Text Below

Wir wiederholen unsere Veranstaltung: https://fannysandfanyas.noblogs.org/post/2024/12/29/11-01-anarchist-afternoon-trump-afd-und-bsw-unaufhaltbar-anarchist-afternoon-trump-afd-and-bsw-unstoppable/ an einem anderen Ort und mit Streaming zu verschiedenen Sozialen Zentren. Das Datum wird bald bekannt gegeben.

We repeat our Event: https://fannysandfanyas.noblogs.org/post/2024/12/29/11-01-anarchist-afternoon-trump-afd-und-bsw-unaufhaltbar-anarchist-afternoon-trump-afd-and-bsw-unstoppable/ at a different place and with Streaming to different social centers.
The date will be announced soon.